Altenhof am Kamp

Altenhof am Kamp

Altenhof ist eine Ortschaft ungefähr 5 km Luftlinie südlich von Zitternberg. Link zu GoogleMaps.

Warum die Ortschaft Altenhof im Zusammenhang mit Zitternberg steht erfahren sie in den folgenden Zeilen:

Dieser Ort wurde bei der Häuserzählung im Bereitungsbuch 1590/1591 als „Neukirchberg“ und der Herrschaft Puechberg zugehörig, eingetragen.
Spätere Ortsnamenbücher ab 1975 setzen jedoch fälschlicherweise Neu Kirchberg mit Zitternberg gleich. Nach umfangreichen Forschungen konnte dies in der Ortschronik „Spurensuche im Kamptal – Zitternberg“ (siehe Seite 25 ff) widerlegt und der Beweis angetreten werden, dass Zitternberg um das Jahr 1600 als „Garser Neustifft“ von der Herrschaft Gars gegründet worden war.

Wissenwertes zum Mühlsteinbruch in Altenhof

Östlich der Altenhofer Kellergasse führt ein unscheinbarer Waldweg durch einen Graben (Bründlgraben) von der Kamptaler Bundesstraße bergwärts. Folgt man dem Weg ein Stück in den Wald hinein sieht man im Abstand von rund 50 Metern zwei scharfkantige Felsen mit eigenartigen kreisförmigen Schürfspuren. Es sind dies die größeren Male des so genannten “Mühlsteinbruches” von Altenhof. In der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts haben die Menschen hier Mühlsteine (richtig wäre Mahlsteine) aus dem Felsen gemeißelt. Was zurückblieb, sind die heute noch sichtbaren Negative der herausgehobenen Steine.
Diese Mühlsteine bestehen aus Granitglimmerschiefer und wurden auch in den benachbarten slawischen Fürstensitz auf der Holzwiese nach Thunau geliefert. Dort wurden bei archäologischen Grabungen scheibenförmige Mühlsteine gefunden, die der Mehlerzeugung dienten. Solche Drehmühlen (2 Mahlsteine auf einer Achse, dazwischen die Getreidekörner) waren schon seit der Eisenzeit bekannt und gelten als Vorläufer der später mit Wasserkraft betriebenen Mühlsteine.

Quelle:  www.tiscover.com

Maria Dreieichen

Maria Dreieichen

Basilika Maria Dreieichen © Bwag/Wikimedia

Beliebter Wallfahrtsort der Zitternberger bis in die 1960er Jahre.  Jedes Jahr unternahm die Dorfgemeinschaft am Dreifaltigkeitssonntag (das ist der Sonntag nach Pfingsten) eine Fußwallfahrt nach Maria Dreieichen, 2 Stunden hin und 2 Stunden zurück. Im Ort angekommen, wurde zuerst die Messe in der barocken Wallfahrtskirche besucht, danach ging’s zum Bründl mit dem heilkräftigen Wasser und zur Grasel-Höhle, bevor in einem Wirtshaus die verdienten Würstel  verspeist wurden. Zum Rückmarsch traf man einander beim Urlaubermarterl unterhalb des Wallfahrtsortes.

Die letzte bekannte „Wallfahrt“ – allerdings ohne Vortragekreuz und Fahne – war eine Dankes-Wanderung, weil beim Anna-Kirtag im Juli  1979 der Regen ausgeblieben war. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, Helfer und Angehörige wanderten den üblichen Weg nach Maria Dreieichen – für den Rückweg waren damals jedoch Autos organisiert worden.

Wie wäre es wieder einmal mit einer Wanderung am Dreifaltigkeitssonntag?
8 km von der alten Kapelle über den Maierscher Berg, die Apoigerstraße in Gars, Zaingrub und Mold nach Dreieichen und natürlich die 8 km auch wieder zurück nach Zitternberg.

 

Wissenswertes zur Grasel-Höhle

Räuberhauptmann Johann Georg Grasel wurde am 4. April 1790 im heutigen Tschechien geboren und am 31. Jänner 1818 in Wien öffentlich gehängt. Im Volksmund wurde er als österreichischer „Robin Hood“ dargestellt, was er jedoch nicht war. Das Waldviertel kennt mehrere Höhlen, in denen er sich angeblich mit seinen Kumpanen versteckt gehalten haben soll.

Urlaubermarterl – © Christine Steininger

 

Der Kamp-Fluss

Der Kamp-Fluss > keltisch kamb: der krumme Fluss

Der Kamp entspringt im Weinsberger Wald an der Grenze des Waldviertels zum Mühlviertel bei Liebenau als “Großer Kamp”. Der “Kleine Kamp” oder Ritterkamp und der Purzelkamp sind Quellzuflüsse im oberen Bereich. Der Fluss schlängelt sich 153 km lang vom rauhen Granithochland im Nordwald weiter zu den Lößterrassen des Weingebietes im Kamptal und mündet schließlich bei Altenwörth in die Donau. Das eisenhältige Wasser des Kamps wurde stets lobend erwähnt, imposante Burgen und Ruinen laden zu Ausflügen ein. Entlang des Flusses hatten die Menschen immer wieder mit Überschwemmungen zu kämpfen, in Erinnerung ist besonders das Jahrhundert-Hochwasser des Jahres 2002. Im Zuge dieses Hochwassers hat der Fluss zahlreiche Orte überschwemmt und sich zum Teil ein neues Bett gesucht.

Quelle:        Seehöhe 920 m, Koordinaten: 14.80018 O, 48.55587 N
Mündung:    Seehöhe 180 m, Koordinaten: 15.79613 O, 48.38420 N

In den 1950er Jahren wurden hintereinander drei Kamp-Stauseen errichtet: Ottenstein, Dobra-Krumau und Thurnberg und seit damals ist die Wassertemperatur gesunken.

Das enge Tal des Flusses mit seinen Mäandern im oberen Bereich weist streckenweise keine Straßenanbindung auf und ist daher erschwert zugänglich. Bürgerinitiativen wenden sich gegen eine geplante Zerstörung des intakten Fluss- und Aulebensraumes im mittleren Kampbereich. Ab Rosenburg wendet sich der Fluss dann von Ost in Richtung Süd, das Tal wird breiter und ist dicht besiedelt. Das Gebiet “Naturpark Kamptal” wurde unter Schutz gestellt, das Klima wird hier milder, Wiesen- und Aulandschaft bilden wertvollen Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen.  

In früheren Zeiten wurden entlang des Kamps und seiner Nebenflüsse viele Mühlen, Säge- und Hammerwerke betrieben und der Fluss mündete einst bei Grafenwörth in die Donau. Anlässlich des Baues des Donaukraftwerkes Altenwörth wurde 1975 die Flussmündung gemeinsam mit der Mündung der Krems nach Altenwörth verlegt, hier mündet auch der sogenannte Mühlkamp in die Donau.

 
Im Zitternberger Bereich liegt die Wehr bei der Firma Häusermann und der Hanebeck-Wörth; in alten Plänen an der Grenze zum Buchberger Gebiet ist noch der “Zitternberger Wörth” ersichtlich und hier war auch eine Pferdeschwemme situiert. Das “Zitternberger Bad” und die Badewiese werden jedoch auch heute noch genutzt. Das Fischereirevier wird von der Marktgemeinde Gars am Kamp bewirtschaftet, die Saison umfasst den Zeitraum vom 1. April bis 30. November. Forellen, Hechte, Karpfen, Aitel und Barben sind hier anzutreffen. 
 

Wenn im Sommer der Wasserstand nicht sehr hoch ist, kann man den Kamp durchqueren und in die Thunau gelangen.

Auf der rechten Flußseite liegen die Ruine Klösterl mit den Koordinaten:  15.651 O, 48.582083 N
und die Ruine Schimmelsprung, Koordinaten: 15.64762 O, 48.58539 N

 Quellen: Gerhard Jakob Mikysek: Nahe am Kamp – Eine Flusswanderung; Wikipedia, www.waldviertel-bilder.at und www.gars.at

Kamp-Zitternberg
Kamp-Nadelfabirk
Kamp-Nadelfabirk
Kamp-Wehr Zitternberg
Kamp-Schimmelsprung